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Bei Martina Albert
www.horseharmony.de


5. April 2008

Nun habe ich mein Highlandpony Yustin  ein Jahr. Er ist am 10. Mai geboren, war also noch nicht drei Jahre alt, als ich ihn holte. Im Sommer hatte ich begonnen ihn zu reiten. Erst mit Voltigiergurt und erstes_aufsitzenSidepull, dann allmählich mit Barefoot-Sattel und Gebiss. Nach den ersten Grundschritten ließ ich vermehrt die Kinder auf ihn, weil sie weniger wiegen als ich. Yustin war im Ganzen willig, aber er wollte nicht immer antraben. Mit den Kindern fing er dann an auf dem Reitplatz umzudrehen und seinen Kopf durchzusetzen.
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Im Januar fuhr ich eine Woche mit ihm  zu einer Ausbilderin. Martina Albert, www.horseharmony.de hatte ich auf einigen Messen beobachtet und war fasziniert von der Bodenarbeit und ihrem Reiten ohne Zaumzeug, nur mit einem Sitzkissen.

americana_06 Ursprünglich war ich gar nicht so auf das Reiten aus, sondern auf die an Parelli angelehnte Bodenarbeit. Martina hat bei Pat Parelli himself in den USA gelernt.
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martina_erklaert Sie ermutigte mich, gleich auch das Reiten in den Vordergrund zu stellen. Nach den ersten kritischen Blicken stellte sie fest, dass Yustin jetzt schon besser mit der Hinterhand unter den Körper treten müsste um Last aufzunehmen. Sie bringt den Pferden schon in der Bodenarbeit bei, sich zu biegen und mit dem inneren Hinterbein unterzutreten. Ich habe das versäumt, weil ich gelernt hatte, dass Biegung beim jungen Pferd zu vermeiden sei. Infolgedessen hat Yustin bereits falsche Muskeln eingesetzt, um das Reitergewicht zu ertragen. Die Technik, die er sich angeeignet hat, ist zwar für das Pferd bequemer, weniger anstrengend, führt aber auf Dauer zu Rückenproblemen.
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Durch Martinas Einfühlsamkeit und ihre kurzen Trainingsschritte,vor allem dem prompt erfolgendem Lob, das anfangs schon nach dem ersten gelungenen Tritt zum Absitzen und Arbeit beenden führt, hat er sehr schnell gelernt, sich gesünder zu bewegen.
Ich lernte, wie kurz die kurzen Trainingsschritte bei einem jungen Pferd sein können. Mitunter bin ich nur ein paar Minuten im Sattel gesessen. Am zweiten Tag haben wir die Trainingseinheiten ausgedehnt. Immer wieder, nach dem kleinsten Anzeichen, sich in die gewünschte Richtung zu bewegen kam das überschwengliche Lob: ja fein hast du das gemacht, ganz prima. Am zweiten Tag dann: ganz toll hast du das gemacht, aber komm, zeig es mir noch ein bisschen deutlicher.

Das Antraben hatte anfangs durchaus noch seine Schwierigkeiten, doch nach dem ersten noch unwilligen Trabtritt kam Lob und Ende der Stunde. Am Ende der Woche konnte Yustin im Trab Zirkel verkleinern und vergrößern. Er war aufmerksam, bemüht und interessiert. Ich muss an meinem Sitz arbeiten, besonders in den Wendungen. Schon die kleinste falsche Gewichtsverlagerung des Reiters führt dazu, dass das Pferd die Muskeln an der falschen Stelle anspannt.

Zuhause musste ich dann beweisen, dass ich ein "mündiger" Reiter bin, der das Gelernte selbstständig umsetzt. Yustin hat mich nicht mehr ernst genommen. Er hat nach Martina geschaut, denn die weiß was richtig ist. Meine Leitstutenposition musste ich mir wieder neu erarbeiten. Martina lässt sich bei allem Lob vom Pferd nicht beiseite drängen oder gibt sich mit Schummeleien zufrieden. Frühzeitig loben heißt nicht, dass das Pferd von sich aus die Übung beenden darf. Sie geht eine klare, direkte Linie und erspürt genau, wie bereit das Pferd ist. Halbheiten nimmt sie nicht hin. Aber sie sucht nicht den Streit, wie ich das auch bei bekannten und "erfolgreichen" Ausbildern erlebt habe. Und sie nutzt die Bereitschaft des Pferdes nicht aus um immer mehr in kürzeren Zeitabständen zu erreichen.
Ihre Pferde, die eigenen und die Berittpferde sind hochmotiviert, leistungsbereit und voll bei der Sache. Phänomenal ist ihre Verbundenheit mit Galan, dem tschechischen Warmblüter. Ich wurde unfreiwillig zum Beweisobjekt, da ich mich an einem Platz aufhielt, wo Galan keine Menschen erwartet. Er lief wie immer ohne Halfter und Führstrick mit Martina mit. Jeder, der Pferde kennt, weiß, dass unbekannte Menschen, die an einsamen Ecken auftauchen auch bei ruhigen und braven Pferde den Fluchtreflex auslösen können. Galan ist auch erschrocken und losgesprungen. Auf Martinas sanfte Bitte, zu warten ist er stehengeblieben und hat sich umgesehen. Dass nenn ich wirklich tiefgreifende Harmonie mit dem Pferd.

Ich wünsche mir, dass noch viele Leute ihren Weg zu Martina finden. Gerade solche, die wie ich ein junges Pferd gekauft haben und mit ihm vertrauter werden möchten. Und solche, die überhaupt einen innigen Weg zu ihrem Pferd suchen. Und die, die Problempferde "gerettet" haben und desillusioniert feststellen, dass Pferde keine Dankbarkeit nach menschlicher Erwartung zeigen können.
Im Reitstall Kronawitter, www.reiterhof-kronawitter.de  war Yustin in einer Innenbox sehr gut aufgehoben. Er durfte gleich bei der Ankunft mit einem Berittpferd von Martina auf die Koppel. Cabaniero und er haben sich gut verstanden, zwei Schimmel, die noch Farbe haben. Die Stallgemeinschaft setzt sich aus einer bunten Menge unterschiedlichster FreizeitreiterInnen zusammen. Hier wird reiterliche Ökumene verwirklicht. Nebeneinander reiten klassisch, konventionelle und western-orientierte Reiter in der Halle und durch das schöne Gelände. Offenställe und Innenboxen, Ganzjahresausläufe und große Koppeln bieten den Pferden was sie brauchen. Ich habe liebevollen Voltigierunterricht zugesehen, Kinder machen ihre ersten Erfahrungen rund ums Pferd und jede Menge Hunde haben sich über mich gefreut. Alfred Kronawitter, VFDler und Wanderreiter weiß, was Pferd und Reiter brauchen.

Danke für diese schöne Woche !

Gesine